Sonnenhaus Scheid

Die Heizölpreise treiben so manchem Hausbesitzer die Tränen in die Augen. Auch Bauherren, die auf Gas, bleiben von höheren Energiekosten nicht verschont. Die Gaspreise sind an die Ölpreise gekoppelt, die Strompreise steigen stetig. Viele denken über Alternativen nach. Auch Alexander Scheid wollte sich nicht zufrieden geben mit einer Standardlösung. Er wollte eine Heizform, die ihn auf lange Sicht unabhängig macht. Nach intensiver Recherche stieß Alexander Scheid auf das Sonnenhaus-Prinzip, ein alternatives Hauskonzept, das sich mehr und mehr durchsetzt. Beim Sonnenhaus steht die effiziente Nutzung der Sonnenergie im Mittelpunkt. Zwischen 70 und 100 Prozent der Energie für Heizung und Warmwasser liefert die Sonne.

Das Prinzip ist im Grunde ganz einfach: Die Sonnenkollektoren geben ihre Wärme in einen großen Speicher ab. Je nach Sonnenangebot und Speichertemperatur wird die Wärme von den Kollektoren in verschiedene Temperaturschichten im Speicher eingeschichtet. Im oberen Speicherbereich, um eine gute Verfügbarkeit der Wärme für die Heizung und das Brauchwarmwasser zu erhalten, im unteren Speicherbereich um die Sonnenkollektoren auf einem möglichst tiefen Temperaturniveau arbeiten zu lassen und damit möglichst viel Wärme für die längerfristige Speicherung zu erhalten. Wichtig bei Konzeption eines Sonnenhauses ist – neben der Heizungsanlage – eine gut gedämmte Gebäudehülle und die Ausrichtung des Daches nach Süden. Das Haus der Familie hat eine Wohnfläche von 193 Quadratmeter. Auf dem Dach versorgt eine 52 Quadratmeter große Kollektorfläche einen 9360 Liter fassenden Kombispeicher, der die Wärme mehrere Tage speichern kann. Zusätzlich sind auf dem Dach noch 66 Quadratmeter Photovoltaik-Module untergebracht.

„Die Sonnenenergie hat viele Vorteile: Die Sonne schickt keine Rechnung, Sonnenenergie ist CO-2-neutral und die einzige Energiequelle, die wirklich verlässlich auch in Zukunft noch zu Verfügung steht“, so Architekt Heiko von der Heid.

Für die Heizung wird das Wasser der optimalen Speicherschicht entnommen. Der Boiler ist senkrecht im Speicher eingebaut und erhält die Wärme über das Speicherwasser. Er übernimmt die Temperaturschichtung des Speichers und kann diese auch geschichtet entladen.

Ein Holzofen dient der Restwärmeabdeckung. Er erwärmt zuerst den oberen Bereich des Wärmespeichers. Das Architekturbüro von der Heid hat gemeinsam mit dem Heizungsbauunternehmen Stötzer das Projekt Sonnenhaus Oberhessen aus der Taufe gehoben. Mehr Information gibt es am Stand des Sonnenhauses Oberhessen auf der Oberhessenmesse in Nidda oder unter www.sonnenhaus-oberhessen.de oder direkt beim Architekturbüro, Telefon 06043-2470.

Baudagen:

  • Bauort: 65933 Frankfurt am Main/Griesheim, Am Niedwald
  • Bauherr: Alexander Scheid,
  • Wohnfläche ca. 193 m2
  • Umbauter Raum ca. 1.206 m3
  • Solardach mit ca. 52 m2 solarmodule für thermische Solaranlage und ca. 66 m2 Photovoltaikmodule
  • Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgeweinnung und Erdwärmetauscher
  • Scheitholzofen
  • Zentralstaubsaugeranlage
  • Solartank 9.360 Ltr.
  • Zu erwartende Energieeinsparung gegenüber konventineller Bauweise ca. 75%

Massiv bauen lohnt sich